Monatstipp Januar 2012
Wirz (Wirsing) ein typisches Wintergemüse
Geschichte:
Erst im 18. Jahrhundert ist der Wirsing aus dem Mittelmeerraum bei uns bekannt geworden. Heute wird er in der ganzen Welt angebaut. Wirsing ist eine Kohlart, die das ganze Jahr über gedeiht. Früher war es ein reines Wintergemüse, aber durch verschiedene Züchtungen ist es gelungen, ein Ganzjahresgemüse daraus zu machen. Wirsing ist von der Blattstruktur her zarter als anderer Kohl. Die Blätter sind gekräuselt und die Farbe reicht vom Kern des Kohlkopfes bis zu den äußeren Blättern von hellgelb bis dunkelgrün. Wirsing der im Frühjahr geerntet wird hat lockere Köpfe, der Winterkohl hat sehr feste Köpfe und ist zudem frostfest. Den frischen Wirsing – ausgenommen den Winterwirsing, der ist zu fest - erkennt man daran, dass er raschelt, wenn man den Wirsingkopf schüttelt. Er ist ein sehr gesundes und dazu schmackhaftes Gemüse.
Wissenswertes:
Der Wirsing ist mit Rot- und Weisskohl verwandt und hat ein angenehm würziges, mildes Kohlaroma. Wirz, wie auch andere Kohlsorten werden als kalorienarmes und wohlschmeckendes Gemüse immer beliebter. Zu recht: Denn alle Kohlsorten enthalten eine Vielzahl von Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen. Der Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen ist für die krebsvorbeugende Wirkung verantwortlich.
Wirz hat 31 Kilokalorien pro 100 g, enthält wie alle Kohlsorten reichlich heilsame Senföle, besonders viel Chlorophyll, Eisen und Phosphor, ferner Vitamin A, mehrere B-Vitamine, Vitamin K unter anderem auch Vitamin B6 (Nervenvitamin) und die Mineralien Selen, Calcium, Magnesium und das herzschützende Kalium.
Roh deckt er mit 100 g den Tagesbedarf an Vitamin C. Allerdings empfiehlt es sich, wegen der besseren Verdaulichkeit, den Wirz in gekochter Form zu geniessen.
Verwertung:
Wirsing kann im Gemüsefach des Kühlschranks bis zu 14 Tagen gelagert werden. Man kann ihn eindünsten und wenn die Blätter vorher überwallt werden, auch einfrieren. Um in den Genuss aller seiner wertvollen Inhaltsstoffe zu kommen, sollte der Wirsing – wie jedes andere Gemüse selbstverständlich auch – möglichst frisch zubereitet werden.
Wirsing in der Hausapotheke:
Bei Gelenkproblemen, Husten, Schwellungen und Schmerzen aller Art lohnt sich der Versuch mit einem Kohlwickel. Schon zu Grossmutters Zeiten waren Kohlauflagen ein wertvoller Gesundheitstipp. So geht man vor:
Dicke Blattrippen wegschneiden, kurz im Dampfkörbli erwärmen, mit einer Flasche flachwalzen und noch warm auf die schmerzende Stelle auflegen, mit einem Tuch abdecken, ev. zusätzlich eine Wärmeflasche auflegen.
Das Kohlblatt wirkt entgiftend, durchblutend und abschwellend. Die Auflage kann nach ein paar Stunden erneuert werden.
